Musikverein 1906 Saarhölzbach e.V.


Im Juni 1906 waren es einige Idealisten, die sich zusammentaten, um auch in Saarhölzbach einen Musikverein zu gründen.
Aller Anfang ist schwer, mögen sie damals gedacht haben, aber ihr Werk wurde begonnen und fortgesetzt bis auf den heutigen Tag.

Die Namen der 18 Vereinsgründer



Grenz Johann, Klein Jakob
Grenz Karl, Klein Matthias
Grenz Michel, Oswald Matthias
Grenz Matthias, Prinz Matthias
Grenz Nikolaus I, Schmal Wilhelm
Grenz Nikolaus II, Steinbach Peter
Grenz Peter, Thieser August Matthias
Jager Josef, Thieser Matthias
Kiefer Josef, Thieser Franz

sind in der Vereinschronik verewigt.


In den ersten Jahren nach der Gründung galt es, manche Schwierigkeiten, besonders solcher finanzieller Art, zu überwinden. Doch immer wurden Wege und Mittel gefunden, so dass bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges der Klangkörper des Vereins als musikalisch gut bezeichnet werden konnte und bereits ein stattliches Bläserkorps mit 24 Instrumentalisten, unter der Leitung von Matthias Oswald, zu allen erdenklichen Anlässen im Dorf aufspielte. Während der Kriegsjahre erlahmte das Vereinsleben und ab 1915 regte sich im Musikverein nichts mehr. Zur ersten Mitgliederversammlung rief Peter Steinbach am 23. März 1919 den Verein zusammen. Zahlreiche aktive waren einberufen, vier von ihnen kehrten leider nicht mehr zurück. Es sind dies:

                                                Klein Jakob
                                                Schmal Josef
                                                Louis Johann
                                                Schmal Wilhelm



    Nach dem ersten Weltkrieg musste wieder von vorne begonnen werden.
    Dem disziplinierten Engagement der Mitglieder ist es zuzuschreiben, dass sich die
    Kapelle rasch von dem Rückschlag erholte und unter der Stabführung von Nikolaus
    Grenz das Begonnene fortsetzen konnte. Schon 1926 hatte man, jetzt unter Leitung
    von Johann Grenz, den Vorkriegszustand leistungs- und zahlenmäig weit überflügelt.
    Ein Höhepunkt dieser Zeit war wohl die Einladung zur "Saarkundgebung" nach
    Krefeld.



Wieder brach ein Weltkrieg aus. Zahlreiche Einberufungen und die zweimalige Evakuierung unseres Ortes machten ein Vereinsleben unmöglich. Aus diesem furchtbaren Krieg kehrten

Schneider Nikolaus und Thieser Jakob

leider nicht mehr zurück.

1945. Der Krieg war zu Ende und man konnte damals glauben, damit sei alles, besonders aber, was den Musikverein betrifft, zu Ende. Die erste Bestandsaufnahme der Instrumente und Noten war katastrophal. Rund 90 Prozent aller vereinseigenen Sachen waren zerstört, abhanden gekommen oder stark beschädigt. Das gleiche war festzustellen bei den Instrumenten und Noten. Man stand praktisch vor dem Nichts. Aber das Leben ging — wenn anfangs auch recht und schlecht — trotzdem weiter. Am 26. Dezember 1945 war die erste Zusammenkunft der bereits heimgekehrten Mitglieder. Die Zusammenkunft fand im Hause von Herrn Alois Thieser statt. Der allseitige Wunsch, den Verein wieder aufzubauen, wurde in die Tat umgesetzt. Dies geschah damals zwar entsprechend den Bestimmungen der Militärregierung als "Sparte Musik des Kulturvereins", jedoch war die Selbständigkeit der Musiker in keiner Weise gestört. Regierung und Gemeinde zeigten sich der Bitte um finanzielle Unterstützung nicht verschlossen, wodurch die Wiederbeschaffung von Instrumenten und Noten neben der Aufbringung vereinseigener Mittel — nicht zuletzt auch von Spenden guter Freunde — wesentlich gefördert worden ist. Besonderes Augenmerk richtete der Verein auf die Ausbildung junger Nachwuchskräfte, was auch, wie die heutige Mitgliederzahl bestätigt, wohl gelungen ist. Traditionell spielt der Musikverein bei Vereinsjubiläen im Ort, am Weißen Sonntag, Fronleichnam, Allerheiligen und besonders an Weihnachten auf dem Kriegerdenkmal, hoch über dem "alten" Saarhölzbach.

Die Reihenfolge der Dirigenten im Laufe der vergangenen Jahre war:

1. Matthias Oswald                   
2. Nikolaus Grenz
3. Johann Grenz
4. Albert Zimmer
5. Lutwin Grenz
6. Heinz Gebhardt
7. Hans Hauser
8. Herbert Thieser
9. Friedel Knaf
10. Walter Bodem
11. Herbert Johannes
12. Michael Groß
13. Herbert Johannes
14. Detlef Jungfleisch
15. Magnus Willems
16. Simone Littera
17. Maximilian Schneider
18. Martin Bodem

Wenn während der Zeitspanne von — mitunter sehr bewegten — hundert Jahren, der Verein auch vor so manche schwierige Herausvorderung gestellt wurde, das kosequente Festhalten an seinen Leitlinien hat ihm immer seinen Fortbestand gesichert. Mir einem über Generationen und Generationsschranken hinweg gepflegtem konstruktiven Miteinander, mit einer von Idealismus getragenen Zusammenarbeit und einem beeindruckenden Engagement, ist aus der Blaskapelle der Gründerzeit mitlerweile ein 40 Miglieder zählender Klangkörper von annerkannt hohem Niveau erwachsen.

Sein Repertoire reicht von herkömmlicher Marsch– und Unterhaltungsmusik über klassische, moderne und sinfonische Blasmusik, bis hin zu Operetten, Musicals, Evergreens oder Tophits.

Dank einer kontinuierlichen und effizienten Jugendarbeit hatte der Verein noch zu keinem Zeitpunkt Nachwuchssorgen. Auch heute steht der Musikverein mit einer stattlichen Zahl von Schülern erfreulich gut da. Dieser Rückhalt gibt ihm Selbstvertrauen und eröffnet verlässliche Perspektiven, seine Zukunft erfolgreich gestalten zu können. Und wir arbeiten stetig daran....




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